RP am 13.03.2007

Vielseitigkeit einer Harfe demonstriert

VON EVA SCHEUSS

(RP) *Himmlische Klänge in einem Bestattungsinstitut aus Anlass des Internationalen Frauentages – eine wohl wirklich außergewöhnliche Kombination: Zum Harfenkonzert mit Ulla van Daelen hatten Karl Groß von der Grefrather Buchhandlung, Annemarie Quick, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Grefrath und die Grünen ins Bestattungshaus Camps an der Schaphauer Straße in Grefrath eingeladen. Dies entspricht der innovativen, modernen Firmenphilosophie des von Andreas Camps in dritter Generation geleiteten Unternehmens, das mit dem großen Neubau im Jahr 2006 neue Maßstäbe im Bereich des Bestattungswesens setzte. Durch eine Schiebewand kann der obere Bereich der Kapelle von den restlichen Räumlichkeiten abgetrennt werden. Dadurch entsteht in Verbindung mit dem Eingangsfoyer ein großer, lichtvoller Raum, der seine Tauglichkeit als Konzertsaal an diesem Abend erstmals unter Beweis stellte. *

Rund 200 Besucher erlebten in einem Haus der Trauer Stunden der Freude mit Ulla van Daelen, der Solo-Harfenistin des WDR-Rundfunkorchesters in Köln. Sie brillierte mit perfekter Technik, grossem musikalischen Einfallsreichtum und sympathischer und charmanter Persönlichkeit. Unter ihren Händen verwandelte sich das im hinteren Bereich des Orchestergrabens angesiedelte Instrument in eine mit erstaunlichen Qualitäten ausgestattete Grande Dame. „Wir wollen anhören, was Du so alles drauf hast“, sagte Ulla van Daelen an ihre Harfe gerichtet.

Und das war einiges: Sie spannte einen Bogen von leicht perlender, entspannender Unterhaltungsmusik zu fetzigen, mitreißenden Werken mit Elementen aus Folk, Jazz und Weltmusik, kongenial ergänzt durch Urs Fuchs am Kontrabass und an den Percussion-Instrumenten. Diesen wohlverträglichen, aber niemals langweiligen oder flachen Sound hat Ulla van Daelen selbst entwickelt, wohl auch, um einem breiteren Publikum „ihre“ Harfe näher zu bringen.

Auf der Basis einer fundierten klassischen Ausbildung ließ sie sich von südamerikanischen, afrikanischen oder bulgarischen Klängen inspirieren. Im „Minnelied“ klingt das Mittelalter herauf, in der „Scotish Phantasie“ macht das Publikum unter der Anleitung von Urs Fuchs den Dudelsack. „Wollen sie etwas Türkisches oder Jazz? “ läßt Ulla van Daelen abstimmen und spielt letztlich beides. In der „Gag-Time“ reisst ihre atemberaubende Virtuosität das Publikum zu lautstarken Begeisterungsäußerungen hin.

Beim Schlussapplaus hält es niemanden mehr auf den Sitzen. Ein außergewöhnlicher Abend an außergewöhnlichem Ort.