21.07.06

Drogentote in Grefrath nur auf dem Papier

Thomas Berscheid präsentierte gestern in der Grefrather Buchhandlung mit "Das letzte Rad" den ersten Krimi, der in der Niers-Gemeinde spielt.

Ulrike Theis

Grefrath. Nachdem in letzter Zeit viel über die Drogenproblematik in der Niersgemeinde diskutiert wurde, hat Grefrath nun seinen ersten Drogentoten. Aber glücklicherweise nur auf dem Papier. Nämlich in “Das letzte Rad”, dem ersten Grefrath-Krimi, der jetzt erschienen ist. Heinrich Sobeck ist die Hauptfigur. Er ist 24 Jahre alt und studiert in Köln Germanistik und Sport auf Lehramt. Nachdem er die Zwischenprüfung hinter sich gebracht hat, will er sich in seinem Heimatdorf Grefrath entspannen. Doch es kommt alles anders, denn unter dem Aussichtsturm im Schwingbodenpark wird eine Leiche gefunden.

Autor Thomas Berscheid hat viel aus seiner eigenen Erfahrung in den Krimi einfließen lassen, denn er wohnte von 1969 bis 1986 an der Niers: “Heinrichs Verhaltensweisen sind mir ähnlicher, als ich manchmal zugeben will. Er ist sehr neugierig, wie ich.” Mit Grefrath fühlt sich Berscheid noch immer sehr verbunden: “Meine Eltern leben hier, da krieg ich noch viel mit. Und da dachte ich, schreib doch über das, was du kennst.” So war die Idee für den Grefrath-Krimi geboren.

Den Niederrhein weiß Berscheid besonders wegen der guten Trainingsbedingungen zu schätzen. “Ich fahre gerne Fahrrad. Da komme ich gerne mal her, um einfach ein paar Kilometer fahren zu können.” Dieses Hobby teilt der Autor übrigens mit seiner Hauptfigur.

Bei der Recherche für das Buch hat sich Berscheid besonders über die Handlungsorte gut informiert. “Ich habe das nicht aus der Erinnerung geschrieben, sondern extra noch mal nachgesehen, ob die Handlungen an diesen Orten auch Sinn machen.” Da das Buch im Jahr 1998 spielt, erzählt es auch ein bisschen Grefrather Ortsgeschichte, zum Beispiel über das alte Grevelour-Gelände.

Aber ein wenig Kritik am allzu idyllischen Landleben konnte sich der Wahlkölner Berscheid nicht verkneifen. “Das ist Niederrhein. Und Niederrhein macht aggressiv”, sagt Heinrich. Trotzdem kommt Grefrath in dem Buch gut weg, meint der Autor: “Besonders dass Sport hier sehr gefördert wird, wird deutlich.”

Das soll auch nicht der letzte Grefrath-Krimi gewesen sein. “Beim Schreiben hab ich irgendwann gemerkt, dass die Figuren zum Leben erwecken, sie bekamen eine Eigendynamik. Deshalb will ich über Heinrich Sobeck weiter Krimis schreiben”, so Berscheid.