10.07.17 Akkordeon - Kabarettist FRANK GRISCHEK in glänzender Spiellaune

"Der kann das " und noch viel mehr...

Da leidet einer seit Kindertagen unter dem Joch des Akkordeonspielens und hat sich bis heute nicht davon befreien können. So beladen schlurft der Hamburger von draußen in die Grefrather Buchhandlung , den Jammerbalg , die Quetschkommode , vor den Bauch geschnürt , als müsse er mit seiner Musik einen Trauerzug begleiten. Der “hinreißend beleidigte Akkordeonkünstler” (Dieter Hildebrandt) läßt die Zuhörer genußvoll an seinem Elend teilhaben. Es gibt offensichtlich eine stille Übereinkunft zwischen dem Künstler und dem aufmerksamen Publikum, dass der Akkordeonist in Wirklichkeit sein Spielgerät über alles liebt. Grischek verteidigt obendrein – wie eine Löwenmutter – sein “liebstes Kind” gegen die Verhunzung und den Mißbrauch durch die offizielle Volksmusikbranche.Und er zeigt , wie unglaublich vielseitig und attraktiv seine Borsini Superstar sein kann. Im Wechselspiel mit pointierten “Leidensgeschichten” , die er staubtrocken einflechtet und seiner bravourösen Spielkunst bleibt dem vollen Haus nur Staunen, Lachen und donnernder Applaus.

Presse :

WESTDEUTSCHE ZEITUNG v. 12.07.17:
Hamburger begeistert in Grefrath

Ausverkauftes Haus beim Auftritt des Hamburger Kabarett-Akkordeonisten Frank Grischek in der Buchhandlung von Karl Groß an der Hohe Straße in Grefrath. Er spielte leise mit traurig melancholischem Gesicht, um seine Charakterrolle für den Abend zu formen. Im Wechselspiel zwischen Musette, Tango, Folk und Klassik zelebriert Grischek sein Spiel auf einer Borsini Superstar, um immer wieder sein bedauernswertes Schicksal durch staubtrockene, pointenreiche Schilderungen zu illustrieren. Bissig und unerbittlich attackiert er die herkömmliche Volksmusikindustrie, die das Akkordeon in Verruf gebracht hat. Das Publikum wird immer wieder mit originellen Geschichten und pseudoinformativen Kenntnissen – der technische Aufbau des Akkordeon wird minutiös mit Fachtermini erklärt. Immer wieder dann Episoden aus der Straßenmusikszene, die vor allem von Russen, Bulgaren und Rumänen dominiert wird. Besonders „die Russen“ , die angeblich ihre russische Seele zur Schau stellen, schlecht spielen und dafür immer volle Hüte erhalten, gehen ihm auf den Keks. Dann zeigt der Meister, wie er als Deutscher die „echte“ russische Seele zum Klingen bringt. Und das Publikum tobt. Ebenso als Grischek zum Highlander wird und auf der Stelle tanzt: „So wie die Schotten es machen, weil es dort nur wenige Stellen gibt, die vom Regen verschont werden.“ Ohne Zugabe ließen die begeisterten Zuhörer den Hamburger nicht gehen.