UWAGA ! plus Max Klaas (Percussion) 16.03.2015

Haltlose Begeisterung bricht sich Bahn

Foto: Friedhelm Reimann (Westdeutsche Zeitung)

Schon nach dem ersten Stück , das das UWAGA! – Quartett mit der “Erweiterung” Max Klaas zelebriert, bricht Jubel und Begeisterung auf, als wolle das Publikum direkt den Schlußapplaus für weitere Zugaben anstimmen. Das neu – geschaffene Quintett schaffte es spielend, die Puristen aus dem Klassik-Bereich, die Jazz – oder Folk – Anhänger oder gar die früheren Punks zu einem anarchistischen Cocktail einzuladen, der in vollen Zügen genossen wurde. Die Virtuosität und Hierarchiefreiheit der Künstler erlaubten abenteuerliche Exkursionen , die Mozart, Tschaikowsky und Company mit Disco – Sound vermengten (wunderbar der Akkordeonist Miroslav Nisic !) und auch vor dem Funk – Punk nicht zurückschreckten. (“Gipsy Funk Punk” !) Es bleibt ( für den Veranstalter) die umjubelte Zusage, dass UWAGA! ein weiteres Mal Grefrath aufsuchen wird… Wir sind dabei!

Mehrere Zugaben wurden erzwungen. Ich konnte mich bei der letzten Zugabe nicht mehr zusammenreißen. Bat inständig um “Brain”. Da gibt’s direkt im Anschluß keinen Applaus, sondern STILLE – und dann – donnernder Applaus! Alle Achtung! U WA G A !!

v.lks.Christoph König – Violine, Viola, Matthias Hacker - Kontrabass,
Max Klaas - Percussion, Maurice Maurer - Violine, Miroslav Nisic – Akkordeon



Die WESTDEUTSCHE ZEITUNG (Joachim Burghardt) vom 18.03.15

Meisterhafte Mischung in der Buchhandlung

*KONZERT: Das Quartett „Uwaga!“ begeistert in Grefrath mit Klassik, Jazz, Folk und Funk*.

Grefrath. Ein paar Takte nur,und der Bann war gebrochen: Das Publikum in der ausverkauften Grefrather Buchhandlung war am Montagabend schier aus dem Häuschen, solch ein Spektakel an Spielfreude bot das Ensemble „Uwaga!“ mit seiner meisterhaften Mischung aus Klassik und Jazz, Folk und Funk. Das Programm „Balkan Groove Kammermusik“ entpuppte sich als Show, die einem Vulkanausbruch an Virtuosität glich, dabei auch magische Momente leiser Laute bot. Mozart hätte seine helle Freude gehabt: Dynamisch im Duett die vitalen Violinisten, dazu klangvolle Kapriolen am Kontrabass und flinke Finger tanzend auf den Tasten des akrobatisch bespielten Akkordeons. Gleich zu Konzertbeginn deuteten die Musikanten demonstrativ an, was sie dem Publikum zu bieten gedachten: Klassik neu interpretiert – und dabei doch ganz im Sinne des Erfinders. Wie bei Mozarts Violin-Sonate in e-Moll. Vom Genie wissen wir, dass er gern Bewährtes neu interpretierte und variierte. So baute er in seiner Pariser Zeit unverhohlen französische Einflüsse ein in seine Komposition – diese Sonate eben, ausnahmsweise von ihm mal im melancholischen Moll angelegt. Und in dieser Tradition machte „Uwaga!“ – polnisch für „Achtung!“ – weiter, wie schon Wolfgang Staribacher mit seiner legendären Mozartband. Sentimentale Töne, die sich steigerten zum furiosen Finale, launig und lustvoll: Raus aus dem Käfig der Kategorien! Wo Klassik aufhörte, hatte Jazz längst angefangen. Und wenn russische Rhythmen oder cajunhafter Country andere Instrumentierungen verlangten – bitte schön: Da dienten Viola und Violinen als Balalaika und Banjo, wurden gestrichen und gezupft, geschlagen und gehämmert – Christoph König und Maurice Maurer zeigten keine Hemmungen, aber jede Menge Genialität, auch bei ihrer witzigen Moderation. Nicht minder munter Matthias Hacker am Kontrabass und Miroslav Nisic am Akkordeon sowie Max Klaas, der als Percussionist das Quartett bereicherte. Ein Höhepunkt:“ Die Lerche“ , der Hit von Schnuckenack Reinhardt, dem Guru des Sinti Swing. Da wetteiferten im Wechsel Geigen und Bass, Akkordeon und Percussion, wer das fröhliche Vogelgezwitscher am treffendsten spielerisch interpretierte. Um dann groovy zu fetzen, was Saiten, Tasten und Trommeln hergaben. Königs meditatives Meisterstück „Brain „ begeisterte als letzte der Zugaben – leise Laute, besinnlich und betörend, als atemberaubender Ausklang. (Joachim Burghardt)