30.11.14 Ulla van Daelen brillierte in Grefrath

Himmlische Harfenklänge zum 1.Advent

So sichert man sich den besten Platz ... (Foto: Lothar Schütze)

Die Kölner Ausnahmekünstlerin hatte sich kurzfristig zu einem Auftritt bei uns “überreden” lassen .Schlanke 14Tage blieben uns,um für die
Veranstaltung zu werben.Das reichte tatsächlich, um das Haus zu füllen. Schon 4 mal war Ulla van Daelen in Grefrath zu Gast, und auch diesmal blieb am Ende pure Begeisterung, Rührung und Dankbarkeit. Ein Novum war diesmal die Einbettung von kleinen literarischen Weihnachtshäppchen, die ich am Nebentisch rezitieren durfte. Diese Herausforderung nahm ich zögerlich an, mit leiser Angst,
dafür ungeeignet zu sein. Doch mit solch einer Künstlerin an der Seite übersteht man manche Klippen .Das Lesen der Texte von Kästner, Ringelnatz, Gerhard Polt (” Mein schönstes Weihnachtserlebnis” !) machten so viel Spaß, dass jegliches Lampenfieber verflog.

Foto: Lothar Schütze

Die Stimmung war so gut, dass auch humorige Einlagen wie etwa der überraschende Rollentausch nicht zu riskant erschien.

Pressebericht : RHEINISCHE POST v. 02.12.14

von Angela Wilms-Adrians:
“Vierzehn Tage brauchte es, um die Idee von “himmlischer Harfenmusik” in der Grefrather Buchhandlung an der Hohe Straße zu gebären und zu realisieren.Der Charme des Spontanen war Teil der Matinee, die zugleich frei von hektischer Betriebsamkeit anregende und besinnliche Momente bot.
Hausherr Karl Groß hatte die Kölner Harfenistin Ulla van Daelen kurzfristig gewinnen können.“Man kennt sich”, freute er sich über ein vertrautes Verhältnis zur Musikerin, die gleichermaßen bereit ist, vor großem Publikum wie auch im intimen Rahmen aufzutreten.Das Publikum genoß die große Nähe zum Geschehen mit einer Interpretin, die in der Moderation zu den vorgestellten Stücken sogleich das in Konzerten unkonventionelle Ihr benutzte.
Von ihr stammte der Vorschlag, dass der Buchhändler mit eingestreuten Texten seinen Teil beitragen sollte.Der gestand, damit eine Premiere zu wagen,und bewies in der neuen Rolle des Vorlesers Talent.Programmhefte gab es ob der eiligen Organisation nicht.Ulla van Daelen nutzte diese Freiheit,um auch recht spontan die Auswahl zu bestimmen.So gestand sie bei der Ansage des “Redding Songs”.“Was ich danach spiele, weiß ich noch nicht”.Zum Auftakt wählte sie “Harp and Glory” mit geschmeidigen Läufen und Glissandi im anmutig verwobenen Spiel,zu dem markante Partien lebhafte Akzente setzten.Während ihre Finger über die Saiten glitten, diese zupften und streichelten,hatte die Harfenistin die Augen meist geschlossen und lächelte,sandte aber auch ab und zu einen Blick ins Publikum.Sinnnend fein war ihre eigene Komposition angelegt.In zauberhaften Arrangements verarbeitete van Daelen Motive bekannter Weihnachtslieder in variierenden Improvisationen.Das umfassende Holz des Instruments nutzte sie oft als Klangkörper für rhythmische Schläge.

Karl Groß wählte Texte in einer anregenden Palette von heiter bis satirisch.In Nachbarschaft der Tomi Ungerer Kerze las er deren Aufschritt mit der witzigen Mahnung:“Falls mehr als die Kerze brennt,wähl 112”.Die folgenden Prosatexte und Gedichte erzählten von Zwischenmenschlichen,wie etwa Erich Kästners Kurzgeschichte “Auch das geht vorüber” über ein Ehepaar mit der Absicht,sich zum Fest nichts schenken,und der daraus resultierenden Enttäuschung.Humoristisch,doch mit bitterem Unterton klang in Gerhard Polts Erzählung “Mein schönstes Weihnachtserlebnis” das Trauma der Nachkriegszeit an.
Groß wagte gar einen vorsichtigen Ausflug an die Harfe,als die Musikerin ihrerseits einen Text las.Den Besuchern gefiel die Mischung,und so baten sie um mehrere Zugaben.Eigentlich sollte Loriot nicht gelesen werden,da ein jeder seinen Fundus zu kennen scheint.Schließlich gehörte aber auch dessen Adventgedicht zum Alternativprogramm der Weihnachtsmärkte”.

übrigens haben wir CDs von Ulla van Daelen auf Lager. Auch die wunderbare Weihnachts – CD. Und auch die begehrte Tomi Ungerer Adventskerze, die man auf den Fotos brennen sieht.