18.11.2013 Christina Lux ohne Filter

Mitreißendes Konzert vor vollem Haus

Authentisch, eigenwillig, kompromißlos – einzigartig, wie soll man diese Ausnahmekünstlerin beschreiben, ohne zu sehr ins Schwelgen zu geraten?
Schon bei ihrem ersten Auftritt im März dieses Jahres wurde klar, dass ein Zusatztermin “unumgänglich” war. Das Haus war wieder proppevoll. Wer sie einmal erlebt hat, kommt wieder. Wer den Schwärmern Glauben schenkt, kommt mit – und bedankt sich herzlich! Wie heißt es im FOLKER so schön:“Wie lange braucht Christina Lux,um ihren Hörer zu verzaubern? Höchstens die Dauer eines Songs.” Ihre “Band” bestehend aus 3 Gitarren und ihrer unverwechselbaren Stimme schuf immer wieder abwechslungsreiche Kunststücke fernab jeder Schablone, fernab vorausberechenbarer Muster. Ungefiltert, authentisch die Texte
ihrer Songs und auch die eingeschobenen Geschichten, Erfahrungen und Gedankensplitter. Ungehobelt, sanft, aggressiv , verspielt und zutiefst ergreifend die perkussiven Elemente ihrer Arrangements. Und zwischendurch – Stille -, Ausklang, kein vorschneller Applaus: Besinnung. Und dann, pure Begeisterung!
Welch eine Künstlerin, die ein Publikum durch alle Höhen und Tiefen führt und dann schließlich die völlige Harmonie zwischen Bühne und Klappstuhl herbeizaubert… Es bleibt dabei: “Arms wide open “ für Christina Lux in Grefrath!

Presse:

RHEINISCHE POST :

22.11.2013

Christina Lux:Illusionen mit Rhythmus

Die Sängerin präsentierte Lieder zum Nachdenken.Sie wirkt mit ihrer kraftvollen Stimme in jeder Phase authentisch.Im Programm sind Balladen aber auch jazzige Töne.Buchhändler Karl Gross lädt sie zu einem weiteren Auftritt ein.

Jürgen Karsten

RHEINISCHE POST:

Dieser Frau könnte man stundenlang zuhören, ohne dass es langweilig würde: Christina Lux, die jetzt zum zweiten Mal in der bewährten Reihe “Kultur am Montag” in der Grefrather Buchhandlung von Karl Gross auftrat, ist eine Sängerin und Songwriterin, die in jeder Phase ihres Auftritts authentisch wirkt. Ihre rauchige , sinnliche Sexystimme , die sie ganz nach Bedarf auch kraftvoll einzusetzen weiß, nimmt den Zuhörer mit auf eine ganz und gar nachdenkliche Reise in die Emotionen , auf eine Sinnsuche und eine Entdeckungstour , wie wichtig auch die kleinen Momente im Leben eines Menschen sein können.
Das alles wirkt nicht aufgesetzt, hat gottlob schon gar keinen erhobenen Zeigefinger, sondern kommt überaus sympathisch und sinnstiftend daher: Illusionen und Improvisationen mit Rhythmus serviert.
Ihre Gitarren (“eine Brünette und zwei Blondinen”), die sie sowohl als “Werkzeug” wie als “Gefährten” betrachtet und zu denen sie auch als reine Autodidaktin Zugang verschaffte, handhabt sie meisterhaft, ersetzt damit eine Begleitband und fasziniert ihr Publikum. “Erzählungen in Songform” möchte sie ihrem Publikum darbieten. Das sind mal Balladen , mal jazzige Töne, denn sie versteht sich auch meisterhaft auf den abgehackten Scat-Gesang, wie man ihn aus dem Jazz kennt und der so großartig Instrumente ersetzen vermag und bei dem man ohne Worte, nur mit Tönen auskommt.
Meist singt Christina Lux ihre Lieder in englischer Sprache, doch streut sie hin und wieder auch deutsche Texte ein. Und wenn sie in englischer Sprache singt, erklärt sie ihrem Publikum durchaus launisch und humor voll ihre Texte, die es auch verdienen , dass man ihnen aufmerksam lauscht. Und genau tat das Grefrather Publikum, an die hundert waren es in der wieder einmal heimeligen Kuschelatmospäre der Buchhandlung. Mucksmäuschenstill war es zwischendurch, wenn Christina Lux mal ausdrucksstark, mal zurückhaltend leise, oft auch poetisch ihre Songs vom Vergeben , von den kleinen Augenblicken des Glücks, aber auch von den Krisen in den Beziehungen singt oder ihre kritischen Auseinandersetzungen um Vorurteile, Diskriminierungen und Schwarz-Weiß-Denken im wahren Wortsinne zu Gehör bringt.
Songs aus ihrem Album “Playground”, 2012 zu Recht mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik bedacht, gehen direkt ins Herz, aber auch gut ins Gehör. “Eine kühle Brise für brennende Herzen”, singt sie an einer Stelle, ein schönes Motto für diesen Liederabend der besonderen Art.
Ihren Song “Arms wide open” nahm Karl Gross in seinen Schlusswörten zum Anlass, der Künstlerin zu bescheinigen, hier nehme man sie jederzeit mit offenen Armen auf, man werde sie also wieder einladen: So lange hervorragende Künstler wie Christina Lux nach Grefrath kämen, wolle er mit seiner “Kultur am Montag” weiter machen. Die gebürtige Karlsruherin, die seit Jahren in Köln lebt, revanchierte sich mit dem Satz:” Ohne solche positiv Verrückten wie Karl gäbe es mich als Künstlerin vielleicht gar nicht mehr!”
So aber kann sie – Kleinkunst ganz groß – weiter so schöne Lieder singen: vom Mund voll Glück, vom Niederreißen von Zäunen zwischen den Menschen und von den Schultern, an die man sich anlehnen möchte.