RP am 08.07.2010

Mundwerk vom Feinsten

VON JÜRGEN KARSTEN

Gemeinde Grefrath (RP) Das Trio “Zebrasommerwind” war erneut zu Gast in der Reihe Kultur am Montag in der Grefrather Buchhandlung. Seine neue Interpretation alter Volkslieder kam beim Publikum gut an. Mehrere Zugaben waren fällig.

Dreistimmig, zart und einfühlsam – herzerfrischend neu interpretieren die drei Musiker der Formation mit dem etwas seltsam anmutenden Namen “Zebrasommerwind” deutsches Volkslied. Schön, den ach so romantischen Texten längst vergangener Zeiten noch einmal zu lauschen, vor allem wenn sie so kreativ gekonnt und in neuem Gewand daher kommen.

Bei dem Projekt passt alles

In der Grefrather Buchhandlung von Karl Gross stellten die drei Musiker ihr Projekt vor, bei dem alles passt: Andrea Leonhardi ( Sängerin, Gitarre und Schlagwerk) ist seit drei Jahren auf Tour mit dem Gitarristen Urs Fuchs, einem Live- und Studiomusiker, der schon mit der Gruppe “Farfarello”, mit Charlie Mariano und Sally Oldfield musizierte, und Thomas Kargermann, der in den 70er Jahren Erfolge mit der Formation “Fidel Michel” feierte. Dass er noch nichts verlernt hat, stellte er in der Reihe “Kultur am Montag” eindrucksvoll klar, als er seiner Violine oftmals einen fast irischen Sound verlieh.

Balladen, Volkslieder und –tänze bringt das Trio “Zebrasommerwind” mal zärtlich zurückhaltend, mal feurig und rhythmisch zu Gehör. Das Programm “im kleinsten Konzertsaal des Niederrheins” begann mit drei Gitarren und dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden “Wach auf meines Herzens Schöne”. Die Ballade “Elvers Höh” und das Tanzlied “Es führt über den Main eine Brücke aus Stein”, dazu ein Frühlingslied, erfrischend wie eine Brise an diesem warmen Sommertag, und dazu Kargermanns Eigenkomposition “Ich bin die Sonne und Du bist der Mond” sowie “Tom der Reimer” – das alles erfreute die Besucher, jeweils dargeboten ohne jegliche Verstärker und Mikrofone, echtes Mundwerk vom Feinsten.

Nach der Pause erklangen “Schön ist die Welt”, danach die Ballade “Graues Meer” und Klassiker wie “An der Saale hellem Strande” und “Kein schöner Land”. Sie waren arrangiert in frischem Glanz und aufpoliert zu einem Deutsch-Folk mit dem unverwechselbaren Charme des Trios “Zebrasommerwind”.

Eine lockere und humorvolle Moderation tat ein Übriges, den Abend zu einem Erlebnis werden zu lassen. Die Gruppe hat eine Art, mit dem Publikum zu spielen und sich selbst auf die Schüppe zu nehmen, die das Konzert wie ein privates zu Hause unter Freuden wirken lässt. Das Publikum hatte am Ende noch nicht genug, sang und klatschte mit und entließ die Akteure erst nach mehreren Zugaben, die gerne gewährt wurden.

Info:
Erneuter Auftritt
Wiederkommen Wer bei Karl Gross in kleinstem Rahmen groß heraus kommt, darf in aller Regel wiederkommen: “Zebrasommerwind”, so viel scheint klar, war wohl nicht zum letzten Male hier. Die Beispiele Maurenbrecher (6. September) , Haverkamp und Türk zeigen, dass Wiedersehen sehr viel Spaß machen kann.