WZ am 10.09.2008

„Schubidu“ in der Buchhandlung

Konzert „The Duo“ reist mit dem Publikum durch die Jazz-Geschichte.

Detlef Herchenbach

Grefrath. Sie nennen sich ganz bescheiden „The Duo“: Frank Haunschild und Norbert Gottschalk.

Am Montagabend gaben der Gitarrist und der Sänger ein von etwa 60 Zuhörern ausgiebig beklatschtes Konzert in der Grefrather Buchhandlung.

Der rund zweistündige Auftritt war eine Reise durch den populären Teil der Musikgeschichte mit Schwerpunkt Jazz. Namen von Ikonen wie Miles Davis und Charles Mingus tauchten immer wieder auf, dazu Ralph Towner, Pat Metheny und Abbey Lincoln sowie Singer-Songwriter wie James Taylor und Joni Mitchell.

Für so manches bekannte Stück hatten Haunschild und Gottschalk ein neues Gewand geschneidert. Grandioses wie „All Blues“ kam flotter, fast schon leicht daher, ohne das Meisterwerk von Miles Davis zu verstümmeln. Andererseits wurde Pat Metheny, der gerne auch mal zur Happy-Music tendiert, zu Ernsthaftigkeit verholfen. Dazu gesellten sich Balladen – und immer wieder Bluesiges. Doch auch da sind die beiden Professoren alles andere als akademisch: Was als Blues angekündigt ist, kann durchaus von swingender brasilianischer Leichtigkeit sein.

In den guten Momenten ihres Auftritts bei der jüngsten Ausgabe der „Kultur am Montag“ erinnerten Haunschild und Gottschalk an große Duos wie beispielsweise Tuck & Patti. Vor allem die Fingerfertigkeit Haunschilds faszinierte. Und auch Gottschalks Schubidudada, der Scatch-Gesang, der unweigerlich zwischen den Textpassagen zu hören war, kam nach leichten Anlaufschwierigkeiten auf Touren.

Von ganz besonderer Güte war die – angeblich einzige – Eigenkomposition des Duos, der „Roadmovie Blues“. Da werden – leider mit englischem, aber dafür einfachem Text – die Tournee-Erfahrungen der beiden erfahrenen Musiker verarbeitet. Und just bei diesem Stück scatchte Haunschild George-Benson-artig – ganz wunderbar. „Hope to see you again some day“, heißt es am Schluss des „Roadmovie Blues“.

Meine Herren, Ihr Wort gilt!